Bosch Millionen Glücksfall für Bietigheim – CDU Wirtschaftsflügel wundert sich über Kessing und Betriebsrat

Mit zwei großen Fragezeichen ist der Vorsitzende der MIT im Kreis, Michael Jacobi, aus dem Gespräch mit dem Geschäftsführer von Bosch Automotive Steering in Bietigheim gegangen. „Ehrlich gesagt kann ich weder die Kritik an Bosch seitens des Bietigheim-Bissinger Oberbürgermeisters Kessing nachvollziehen, noch die Haltung des Betriebsrats“, sagte Jacobi. Die Stadt könne sich glücklich schätzen, dass Bosch Millionen in den Standort investiert und Ausbaupläne entwickelt hat.

Das Konzept von Bosch AS sieht vor, bis Ende 2021 die seit Jahren defizitäre Produktion nach Schwäbisch Gmünd und nach Ungarn zu verlagern, was zum Abbau von 290 Fertigungsarbeitsplätzen führt. Gleichzeitig wird der Standort Bietigheim weiter umgewandelt. Hier ist inzwischen ein 270 Mitarbeiter starkes Entwicklungszentrum entstanden, in dem in Zukunft ein Vielfaches an hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern arbeiten können. Der erste Schritt dieser Umstellung wurde bereits 2016 in einem Sozialplan vereinbart, der Ende 2021 abgeschlossen sein soll. Den Mitarbeitern in der Fertigung wurden bis heute von Bosch eine Vielzahl von Ersatzarbeitsplätzen an Standorten im Großraum Stuttgart wie Feuerbach und Waiblingen oder Vorruhestandlösungen angeboten. Der Bosch-Betriebsrat in Bietigheim beharrt indessen auf dem Fortbestand einer Produktion. Mit dieser Forderung hatte sich auch OB Kessing in einem gemeinsamen Gespräch solidarisch erklärt.

MIT-Vorsitzender Jacobi kann diese Einstellung hingegen nicht nachvollziehen. Kein Unternehmen sei in der Lage, auf Dauer gegen die Grundregeln der Ökonomie zu arbeiten. „In einer Zeit von Kurzarbeit, drohenden Insolvenzen und eingebrochener Wirtschaft bekräftigt ein großes Unternehmen die Absicht, mehrere Hundert qualifizierte Jobs in die Stadt zu bringen, aber der Oberbürgermeister hält dem Unternehmen Gewinnmaximierung vor“, wundert sich Jacobi.

Bedauerlicherweise wollte der Betriebsrat nicht mit uns diskutieren“, berichtet Jacobi, der gern erfahren hätte, warum die Arbeitnehmervertretung die Angebote des Unternehmens ablehnt. „Hier werden Alternativen auf dem Silbertablett inklusive Übergangszahlungen angeboten, aber der Betriebsrat besteht auf unrealistischen Maximalforderungen“, sagte der MIT-Vorsitzende. Weiter führte er aus: „Dass für jeden betroffenen Mitarbeiter eine passende Lösung gefunden wird, das wäre doch eine lohnenswerte Aufgabe für den Betriebsrat“. Das bislang in der Öffentlichkeit gezeichnete Bild einer Bosch-Geschäftsführung als „unmenschliche Kapitalisten“ entbehre jeder Grundlage, so Jacobi abschließend, der den Wirtschaftsflügel der CDU im Kreis Ludwigsburg vertritt.

 

 

Am 08.09. 2020, Kategorie: Allgemein von
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